Josuah Arthur

BERICHT VON GÜNTHER MICHELS: Moloch über Slum über Ghetto. So richtig weiß man hier eigentlich nicht, was wo anfängt und wieder aufhört. Mittendrin stehen dann wieder in regelmäßigen Abständen Luxusbauten, schicke Bürogebäude und Malls. Bin immer noch in Ghana, aber solche Bilder findet man in vielen anderen Ländern auf ähnliche Weise. Es vermischt sich alles miteinander und viel Arm lebt direkt vor und hinter den Füßen von dem wenigen Reich. Es ist dabei gar nicht so einfach in diesem ganzen Chaos an Dreck und Müll und Menschen und unzählbaren kleinen Verkaufsständen durchzublicken, was denn jetzt wo ist und auch die etwas versteckten Orte zu finden.

Ich bin die letzten Tage in Accra, der ghanaischen Hauptstadt, zig mal an der 28th February Road vorbei gelaufen, wär aber wohl nie seitlich in eine der Gassen gegangen, um mich da genauer umzusehen, wenn ich nicht auf Joshua Arthur gestoßen wäre. War eher ein komische Zufall, aber ich glaub nicht mehr wirklich an absolute Zufälle. Manchmal knallt man einfach zusammen und das soll am Ende vielleicht auch so sein. Wie auch immer – wichtig ist, was man dann daraus macht.

Josuah ist ein Maler und betreibt einen eigenen Kunstladen mitten im Center for National Art and Cultural, das sich genau hinter diesem Gassenmatsch befindet und das ich sonst wohl so nicht zu Gesicht bekommen hätte. Der Typ ist klasse und wir dachten uns gleich, lass doch einen kleinen Film drüber machen. Ich hab mich einen Tag in der Community aufgehalten, hier ist eine Vielzahl an Künstlern aus den unterschiedlichen Feldern angesiedelt, die zum einen ihre Läden hier haben, um die Waren zu verkaufen, von denen sie auch leben und ihre Familien versorgen müssen. Zum anderen werden hier auch unzählige Projekte geführt, um vor allem Kinder von der Straße zu holen und ihnen durch Musik, Malerei, Tanz und Handarbeit neue Lebensperspektiven zu geben.

Der 27jährige Künstler ist Vater von drei Kindern und schlägt sich mit den anderen hier eben durch, so gut wie´s geht. Unterstützung gibt es von der Regierung keine. Bei dieser Frage mussten alle einfach nur schmunzeln, aber in vielen Ländern ist es hier auf gleiche Weise Gang und Gebe. Haste nichts, kriegste nichts. Die Leute im Armenviertel müssen viel mehr noch Gelder an den Staat bezahlen, dass die denen nicht die Läden schließen und Verkaufsgenehmigung entziehen. Von einer Förderung im Kunstbereich, Möglichkeiten für Ausstellungen oder Anfragen von Museen ganz zu schweigen. Organisationen wie das Goethe Institut oder ausländische Sprachschulen sind die einzigen, die sich dem Ganzen hin und wieder annehmen. Die Werke sind gut und man findet allerlei, außerdem ist die Wohltätigkeitsarbeit an der eigenen Gesellschaft absolut bemerkenswert, den diese Leute hier leisten.

Schaut euch das Video an, Joshua führt ins Viertel ein und zeigt einige Läden. Zusätzlich haben wir noch ein Interview geführt, in das ihr auch reinhören könnt. Bei weiterem Interesse zur Unterstützung oder einer Kontaktaufnamen zu dem Arts Center könnt ihr ihm eine Email schreiben.

 

KONTAKT: Josuah Arthur

    africaheritage4@yahoo.com / rasjoshua55@yahoo.com,

   Adresse: P. O. Box AC 105 Art Center Accra, Ghana)

    +233 54 69 89 149.

 

CREDITS

  Fotos / Audio: Günther Michels

  Text:  Artikel beim Feinripp Magazine