THE RIGHT WAY

 

Ein langer Weg liegt hinter uns. Ein langer, rechter Weg, der von Gewalt, Tod und Blut geprägt ist.

 

Und es scheint, als würden wir diesen Weg erneut beschreiten.

 

Wir dachten, wir hätten bereits die richtige Richtung eingeschlagen, für uns selbst Regeln aufgebaut, gesetzliche Sicherungsmechanismen, internationale Abkommen, damit wir uns nicht mehr auf den rechten Weg verirren können. Aber wir sind gesellschaftich und auch politisch an Grenzen gestoßen und es sickern immer wieder fragwürdige Fakten durch. Polizeigewalt, NSU, ungeklärte Todesfälle. Es wird aber lieber weggesehen statt gehandelt. Unser System funkioniert demtsprechend wunderbar  – scheinbar.

 

Während wir in unserer Arroganz über die Jahrzehnte nur mit Urlaub auf Mallorca und Eigenheimbau beschäftigt waren, kommt durch die Corona Pandemie plötzlich die Angst und Sorge, all das, was uns wichtig erscheint, wieder verlieren zu können. Und in der ganzen Zeit ist das rechte Denken nie verschwunden, es hat sich nur im Untergrund versteckt, gewartet, dort ausgebreitet und inzwischen sehr gut vernetzt.

 

Und gerade jetzt in dieser schweren Zeit werden wir vergiftet mit Parolen und mit falschen Predigen bombadiert, die die Funktion und den Sinn der Grundrechte zunehmend verdrehen und nach eigenem Nutzen interpretieren. Wir verwechseln inzwischen Meinungsfreiheit mit Hetzen und Hassreden, weil wir dazu angeregt werden und es uns eingetrichtert wird. Man kann nicht mehr zwischen Fakten und Fake News unterscheiden, zwischen Werbung und Nachricht oder auch zwischen Meinungsfreiheit und Diskriminierung, Hass- und Hetzreden oder gar Repression. Faschisten aler Art kriechen aus ihren Löchern und haben es sogar geschafft, mit genau diesen Argumenten der Meinungsfreiheit sich nicht nur gesellschaftlich zu etablieren, sondern auch politisch. Auch das „Querdenken“ beruht auf der Ideologie von rechten Populisten. Sie provozieren und hoffen, dass unsere Wut größer ist als unser Verstand und unsere Erinnerung.


Und Rechts heißt nicht nur Rassismus. Es bedeutet auch Gewalt gegen alles, was nicht strikt und konform lebt, das bedeutet Gewalt gegen Homo- und Transsexuelle, gegen Aktivisten aller Art, gegen Menschen mit körperlichen wie psychischen Beeinträchtigungen und Gewalt gegen Frauen. Und null Toleranz für Andersfühlend und – Denkende, keine Akzeptanz von etwas Anderem und Abweichendem überhaupt.


Für mich kommt der „rechte“ Weg NIEMALS in Frage. Weder versteh ich, warum Ethnie und Religion eine so dominante Rolle spielen, noch verstehe ich, warum uns die Sexualität oder Partnerwahl von anderen etwas angeht. Das habe ich schon als Kind nicht verstanden. Klar, hier sind ja erst einmal alle tolerant, aber die Aufregung ist natürlich groß, sobald etwas dem eigenen Ego im Weg steht und den persönlichen Wohlstand verkleinern könnte. Das will dann natürlich keiner. Das würde ja bedeuten, weniger rücksichtslos mit anderen umzugehen und sich mit sich selbst kritisch und ehrlich auseinanderzusetzen. Leider fehlt sehr vielen Menschen die Fähigkeit dazu, da sie in ihrem Empfinden und Empathievermögen nur auf sich fixiert sind. Sie sind nicht in der Lage, sich selbst zu reflektieren.


In meinem neuen Werk „The Right Way“ habe ich diese beschriebenen Gedanken und Emotionen in Farbe und Kreation verarbeitet. Es sind meine symbolischen Fußabdrücke, die ich hier auf dem Kunstwerk in Farbe hinterlassen habe, sie demonstrieren aber das Blut, das vergossen und der Schmerz, der erlitten wurde durch Unterdrückung und Repression.

 

 

Größe: 60 x 60 cm

Mixed Media, Acryl on Canvas

Frankfurt – 2021

 

 


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